Wenn eine Band von sich behauptet "Party-Thrash" zu spielen, braucht man erst gar keine technischen Finessen zu erwarten, sondern versetzt sich stattdessen im Idealfall bereits vor dem Konsum in die entsprechende Stimmung.

Das nunmehr als Duo agierende Unternehmen WRATH ATTACK, das sich besagte "Stilrichtung" ans Revers heftet, gibt dementsprechend auch gleich im Opener ein Lippenbekenntnis von sich und hat diesen "Drowning In Beer" betitelt. Der Weg zum Kühlschrank sollte für den Zuhörer damit endgültig besiegelt sein, eine programmatischere Hintergrundbeschallung dafür kann es nämlich kaum geben.

Auch wenn mir der musikalische Mix der Norweger, die von Saitendehner und Sänger Jan vor mittlerweile drei Jahren ins Leben gerufen worden sind und nach internen Querelen von ihm im Alleingang weitergeführt werden mussten, vorwiegend TANKARD in den Sinn ruft, muss man erwähnen, dass WRATH ATTACK weder deren Rauigkeit, aber auch nicht das Vortragstempo von Gerre und Komparsen erreichen.

Allerdings kommt ihr "süffiger" Thrash Metal auch mit angezogener Handbremse - wie in "Diagnosed As Drunk" - durchaus zur Geltung und verfehlt seine Wirkung keineswegs. Schade zwar, dass Jan und sein im Moment einziger Mitstreiter, Drummer Marti, es die gesamte Spielzeit über nicht wirklich schaffen, Akzente zu setzen, auch wenn der Titelsong über ordentlich Wucht verfügt und mächtig losgebrettert.

Unterhaltsam ist "Wasted" auf jeden Fall, vor allem deshalb, weil man den Burschen ihre Authentizität locker abnimmt und ich mir durchaus vorstellen kann, dass WRATH ATTACK den Begriff "Party Thrash" durchaus als Programm führen. Zum Abschluss lassen uns die Norweger noch eine Cover-Version von "Skullcrusher" vernehmen, bei dem es sich dabei um ein mir bis dato völlig unbekanntes, extrem rupeliges Stück der norwegischen Formation KVIKKSØLVGUTTENE handelt.

Um am momentanen Thrash Metal-Revival in irgendeiner Form eine entscheidende Rolle spielen zu können, wirkt die Chose noch zu unausgegoren, als "Party-Scheibchen" taugt "Wasted" aber allemal.
4/10

Walter.Scheurer (metal.de)

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