Mütter schließt die Kinder weg. Und vor allem die Biervorräte. WRATH ATTACK sind wieder da! Damit der ahnungslose und vor allem des Englischen nur bedingt mächtige Endverbraucher (bzw. dem seine Olle) schon mal rechtzeitig hinsichtlich vorliegender Radaukonserve eingenordet wird, klebt (und ich will jetzt gar nicht mal wissen, welche widerwärtige Substanz sich hier für die Adhäsion verantwortlich zeigen mag… auf der Hülle ein bedeutungsschwangerer Hinweis, der mich irgendwie an die Werbekampagne anlässlich der Veröffentlichung des BEHERIT-Debuts erinnert… „Warning!“, so lese ich hier, „The consumption of alcohol has proven to increase the overall quality of this music.“ Phantastisch. – Irgendwie scheinen WRATH ATTACK so was wie Norwegens ungefragte Antwort auf die Lippischen Schluckspechte von BEER PRESSURE zu sein. Bloß dass WRATH ATTACK wohl eher das Ein-Mann-Projet eines gewissen Jan zu sein scheint.

Als Norwegian Partythrash wird das ganze im Presseflyer bezeichnet. Tja…. öhhmm. Okay, dass die Jungs tatsächlich aus Norwegen kommen, will ich jetzt mal glauben. Dann stellt sich aber ganz fix die Frage: Was stellt sich der indigene Nordmann bloß unter einer Party vor? Wer schon mal „Erik der Wikinger“ gesehen hat wäre sicherlich ein Stückweit enttäuscht, wenn DAS HIER nun der adäquate Soundtrack zu einer zünftigen Met-Orgie inklusive kollektiven Blondinenbesteigens sein sollte.

Und Thrash?! Okay, es gibt ja Leute, die halten sogar MACHINE HEAD für Thrash… Sagen wir mal so: Wenn jemand ohne nähere Infos einfach mal raten sollte, was die Band hier wohl gerne darstellen möchte (MÖCHTE!!) würde er (oder sie) vermutlich nach wenigen Anläufen tatsächlich „Thrash“ sagen.

Auch wenn ich ein bekennender Jünger der Alten Schule bin und klinisch-steril-überzüchtete Produktionen ziemlich scheiße finde – so was wie das hier muss es nun auch nicht sein. Gegen dieses stumpfe Rumgerödel sind die alten SODOM-Scheiben reinster Prog-Rock. Wenn’s wenigstens richtig fies um sich schlagen würde! Aber nein, eher hat man das Gefühl, dass Mr. Jan beim Gitarre spielen ständig ein Auge in Peter Burschs Gitarrenfibel für Anfänger hat (auf das unterirdische Solo in „Wasted“ will ich mal lieber gar nicht erst eingehen), während Mr. Jan beim Bass spielen emsig bemüht ist, jegliches Klischee bezüglich musikalischer Unzulänglichkeiten der Viersaiter-Fraktion zu bestätigen. Selbst die Vocals von Mr. Jan klingen irgendwie wie Rudolf Scharping auf Valium.

Einziger Lichtblick ist die Coverversion von KVIKKSØLVGUTTENEs „Skullcrusher“. Wenn die anderen Songs der CD nur ein bisschen in diese Richtung gehen würden, müsste mein Nachbar morgen nicht eine kleine silberne Plastikscheibe aus seinem Gartenteich fischen. Aber so… ich mach mal eben das Fenster auf… Fssssschh! Tschüss!
4/10

Korgüll the Exterminator (Hotel 666)

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